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Kajaktour 1 Teil 1

Kanutour auf Donau und Paar

Links und rechts von mir ragen die Felsen auf, an ihnen brechen die Wellen des Dampfers, der sich neben mir herquält. Konzentration ist das Stichwort, von allen Seiten kommen so starke Wellen, dass mein Bug immer wieder untertaucht. Ich bin an der spannensten Stelle meiner Tour, hier gibt es Kehrwasser und Strudel. Ich muss noch eine Weile kämpfen, dann habe ich es geschafft. Ich lasse mich ein wenig treiben und freue mich.

Schon lange träume ich von einer Donautour bei Weltenburg. Bisher hat es zeitlich oder wettertechnisch nie hingehaufen, nun ergreife ich die Gelegenheit beim Schopf.

 

Die Tour

Früh morgens lege ich das Kajak in Manching ab und fahre zum Donaupark in Kelheim. Nach einem kurzen Check der Hinweistafeln bemerke ich, dass der empfohlene Pegel weit unter dem momentanen Pegel liegt. Mist. Ich beschliesse kurzerhand doch zu fahren, als ich realisiere, dass die hohe Zahl nicht der Pegel, sondern der Durchfluss ist. Mit dem Pege,l alles ok, durchatmen, weitermachen. Am Anfang mache ich eine kleine Fahrradtour. Gleich zu Beginn: eine nicht zu unterschätzende Steigung.. Ich frage mich, ob ich die Zeit für die Fahrradtour auch wirklich richtig eingeschätzt habe, aber nach der Erhebung geht es ordentlich weiter. Mich plagen dennoch Unsicherheiten, ich weiss ja prinzipiell nichts über die Paar. Diesen Teil der Tour genieße ich kaum, ich bin gestresst wie selten. Nach guten anderthalb Stunden bin ich auf der Zeltwiese in Vohburg. Hier werde ich die Nacht verbringen. Davor geht es allerdings noch nach Manching, Fahrrad wegsperren usw. Ich treffe unterwegs noch ein Pärchen, die genau das Gleiche vorhaben wie ich. Sie empfehlen mir die Klosterschenke in Weltenburg. Eine gute Idee. Bald sitze ich wieder im Kajak, ich fliege förmlich auf der Paar nach Vohburg. Die Bäume bilden einen wundervollen, grünen Tunnel über meinem Weg. Ich sehe ein paar Bisamratten. Immer wenn ich Tiere in der Wildnis sehe, fällt mir auf, dass der Mensch ohne seine Kultur nichts wäre. Keine Woche würde man überleben. Ein kalter Schauder läuft mir über den Rücken. Auf einmal fliegt ein Eisvogel vorbei. Erfurcht erfüllt mich.

Am nächsten Morgen erlebe ich einen Traumstart. Vogelgezwitscher weckt imch, ich bleibe noch ein wenig liegen und geniesse den Tag. Gestern hatte ich die Paar ganz für mich alleine, heute sehe ich auch noch andere Paddler, die sich auf den Weg machen. Ein beruhigender Gedanker.

Als letzter von allen Paddlern lege ich ab. In einem Boot vor mir pustet der Wind einem Insassen den Hut vom Kopf. Als ich ihn gerade erreichen wollte, springt er kurzerhand hinterher. Der Fluss ist lange nicht so unberührt wie die Paar, meine Freuden sind Zeitrennen und Maximalpuls erreichen.

Nach einiger Paddlerei laufe ich auf dem Strand vor dem Kloster Weltenburg auf.

Als ich weiterfahren will, quillt die Donau über vor Paddlern. Ich bin erstaunt: Wo kommen die denn alle her? Ich fahre weiter, die coolste Stelle meiner Tour kommt in Hörweite: Der Donaudurchbruch. Bevor ich durch die richtige Enge paddle, lasse ich einen Dampfer vorbei. Ich fange an zu überlegen: Ist dem Kapitän dieses Dampfers wohl schon einmal ein Unfall passiert, beim Durchqueren dieser Enge? Man hat leider nie genug Zeit für solche Einzelschicksale!

Hiermit beschliesse ich diesen Blog! Fragen und Anregungen gerne als Kommentar!


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